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   "Zeit für neue Erinnerungen"

Mit Rückblick auf die CL-Gruppenphase hätte Borussia keinen treffenderen Slogan für unsere erste CL-Saison hervorbringen können. Nach Spielen in Sevilla und Turin, stand zu guter Letzt mit Manchester natürlich ein Highlight auf dem Programm. Mit Klaus und Mario van Bebber, Niels Gietmann, Max Pieper, Michael Kösters, Ralf Görtz, Christoph Ackermann, Carsten Menczyk und mir flogen ganze 9 Fanclubmitglieder über die unterschiedlichsten Routen auf die Insel. Da Mario, Klaus und ich uns den Alpener Dropkick-Supporters anschlossen, begann unsere Reise am Montag gegen 5 Uhr in der Früh.


Schon oft zog man über die Fahrweise der einheimischen Taxifahrer im Ausland her, doch auch in unserem Lande wollte sich wohl unser Chauffeur einen Namen machen. Rückwärtsgang auf der Autobahn? Kein Problem! Wenigstens wurde die Flugangst dadurch in den Hintergrund geschoben und man war später schon froh, heile am Flughafen zu sitzen. Hierzu sei auch gesagt, dass beide Flüge absolut ruhig verliefen und man erst bei der Landung aufwachte. Per Taxi und Linksverkehr, an dem man sich auch nach drei Tagen nicht gewöhnen konnte, ging es dann Richtung Hotel, in dem nur kurz die Rucksäcke abgestellt wurden. Zu Fuß erkundete man anschließend die Stadt, den Weihnachtsmarkt, auf dem man sogar Deutsche Bierbudenbesitzer traf und das nationale Fußballmuseum. Trotz freiem Eintritt war dies aber keinen Besuch wert. Auf den Straßen war selbst für einen Montagmorgen und einer halben Millionen-Einwohnerstadt, erstaunlich viel los und auch in den Pubs trinkt man ab 11 Uhr gerne und ausschließlich Bier. Da wir uns bei unserer Planung schon einige Pubs herausgesucht hatten, wollten wir diese auch live sehen und konnten entgegen der üblich hohen Bierpreise, das ein oder andere Schnäfunnypchen bekommen. Nach ein paar Runden Bier beschlossen wir, eine Stadionführung durch das Old Trafford Stadion vom Stadtrivalen United zu unternehmen und wurden trotz 18 Pounds Eintritt nicht enttäuscht. Ein älterer, durchaus sympathisch echter United-Fan erzählte voller Stolz die Geschichte des Vereins und des Stadions. Im Gegensatz zum Etihad-Stadium und zu unseren deutschen Arenen kann man förmlich "die Tradition und Geschichte die dort drinnen steckt fühlen". Auch wenn ich solche Phrasen früher nur belächelt habe, muss man eingestehen, dass dieses Stadion und vor allem die Katakomben schon einiges hermachen und wahrscheinlich auch sauberer sind, als von manchem Engländer das eigene Wohnzimmer. Nachdem wir die Kabinen gesehen, auf den Trainerbänken gesessen und den Rasen fast riechen konnten, war man das erste Mal beeindruckt. Als es langsam Abend wurde begab man sich ins "Printworks", welches man als überdachte Einkaufspassage verstehen muss, in dem man allerdings neben Pubs und Esslokalitäten auch ein Kino, anstatt Klamottenläden fand. Im vorher ausgeguckten "Bierkeller", der aus 4 kleineren und größeren Sportkneipen, angelehnt an bayerische Traditionen, bestand, wurde man heimisch. Maß Bier und Essen zum halben Preis konnten die grässliche "Party-Musik" vergessen lassen. Als die Stimmung immer besser wurde und die Sperrstunde unter der Woche gegen 24 Uhr ihr Ende fand, fuhren die meisten nach Hause. Einige Wenige stürmten noch eine Karaoke-Bar die länger offen hatte, allerdings mit mäßigem Erfolg am Mikro. An der Theke wurde man aber auch enttäuscht. Jägermeister-Fanta wird auf Inseln anscheinend mit gesundem O-Saft serviert. Über die herausragenden Englisch-Kenntnisse der Mitfahrer wird an dieser Stelle der Mantel des Schweigens gelegt. 


Am Match-Day selbst verbrachte man den Großteil des kalten Tages im warmen Bierkeller, bevor es zum Treffpunkt am Picadilly Gardens ging. Von dort aus setzte sich der geplante Marsch zum Spiel überraschend ruhig in Gang, ehe man am Stadion eintraf. Trotz anderer Informationen, erinnerte man sich bei der Eingangskontrolle an die Heimspieltage hinter unserer Nordkurve in Mönchengladbach. Überhaupt waren alle Ordner und Polizisten sehr ruhig und gut gelaunt, obwohl diese Anzahl an Gästefans wohl ein Novum in Manchester gewesen sein wird. So nett die Ordnungskräfte waren, so weniger schön war der Service im Stadion. Mit Hotdogs und Cola zu Papiergeld-Preisen hatte man wenig Auswahl. Zum Spiel und der Stimmung möchte ich nicht allzu viel schreiben. Hier verweise ich gerne auf den sehr authentisch geschriebenen Bericht auf www.halbangst.de/borussia-verstoerende-visionen-in-manchester/


Dass die Stimmung nach einer außergewöhnlichen ersten Halbzeit auf dem Platz, auch außergewöhnlich laut auf den Rängen in der Gästekurve war, kann sich jeder vorstellen. Einen brachial und immer lauter werdenden Wechselgesang, der leider mit dem 2:2-Ausgleich der Engländer erstickt wurde, wird wahrscheinlich lange seines Gleichen suchen. Unfassbar erschreckend war allerdings die Atmosphäre bei den City-Fans. Dass Engländer mittlerweile nach Deutschland fahren um die Stimmung in der Bundesliga aufzufangen ist bekannt, dass diese sich aber im eigenen Stadion wie Kinobesucher verhalten und nur mit offenen Mündern und Handykameras bewaffnet mehr auf den Gästeblock gucken als auf das Spielfand, überraschte mich dennoch. Selbst die Polizisten neben uns schauten verwundert, als auf einmal die Tribünen wackelten. Jeder Auswärtsblock der "beliebten" Wolfsburger und Hoffenheimer wäre wohl lauter gewesen als die Blauen und der Vergleich ist durchaus ernst gemeint. Nach dem Spiel und dem feststehenden Aus unserer Borussia, war man für einen Moment lang doch enttäuscht, weil man sich durchaus was erhofft hatte. Jedoch ist es wie so oft wenn man sich dann ausgerechnet noch auf Italiener verlassen muss, bleibt man verlassen. Der Stolz überwiegt natürlich bei weitem. 


Nach dem Spiel ein paar Pub-Besuchen und Schulterklopfern der Engländer weiter, ging es zurück ins Hotel und am nächsten Morgen ohne besondere Vorkommnisse zurück in die Heimat. Einmal kurz schütteln, die Saison ist noch lang genug. Hoffen wir, dass sich die Spieler noch einiges vorgenommen haben in Liga und Pokal. Ginge es nach uns, haben wir noch verdammt viel Zeit für - neue Erinnerungen. 


Schwarz-Weiß-Grüne Grüße 


Daniel 

 
von: Josef
am: 10.12.2015 - 11:47
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