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   10.000 Gallier erobern Rom!

Das war sie nun, die Europa-Tournee unserer Borussia… Ich habe wirklich lange gebraucht um mich vor meinen Laptop zu setzten damit ich diese Zeilen hier verfassen kann. Nein, nicht weil mir das Spiel oder diverse Biersorten, die teilweise aus Ländern kamen die man nur mit Hilfe eines Rechtschreibprogramms richtig buchstabieren kann, auf den Magen geschlagen haben. Nein, ich war viel mehr überwältigt von den Eindrücken die man gewonnen, als von dem Spiel was man kampflos verloren hatte. Die unzähligen Youtube-Videos, Fernsehberichte und Gazetten (ich benutze bewusst den italienisch stammenden Begriff, weil auch diverse Tageszeitungen im „Stiefel-Land“ erstaunt über uns berichteten) trugen ihr Übriges dazu bei. Ich glaube noch nie habe ich es erlebt, dass nicht die Mannschaft sondern eine komplette Fanszene so in den Himmel gelobt wurde wie die unsere. Allein der kurze Ausschnitt ( http://www.youtube.com/watch?v=1sB0bcBUmx8 ) aus dem vergangenen „Doppelpass“ von Hansi Küfunnyper bereitet mir noch nach mehrmaligem Gucken eine Gänsehaut, wie sie selbst ein Olympiasieger bei Vergabe der Goldmedaille und Spielen der Nationalhymne nicht haben könnte. Obendrein dann noch diese beeindrucke Zahl die man aus aller Munde hören konnte. 10.000! In Worten zehntausend! Ich meine, so etwas muss man sich erst mal vor Augen führen. Natürlich kann man sagen, dass wir auch schon des Öfteren mit 10.000 Mann in Bochum waren (Gott hab die Zeit selig), aber das ist ungefähr so vergleichbar wie die beiden linken Füße von Juan Arango und Roel Brouwers. Deshalb habe ich mal, wie man neudeutsch sagt, etwas „gegoogelt“ um euch dies anschaulicher zu machen und um euch bewusst werden zu lassen, bei welch großer Sache wir eigentlich dabei sein durften. Die Zahl „10.000“ wird nämlich auch als Myriade bezeichnet. Dies kommt aus dem altgriechischen und steht im Plural für eine „unzählbare Menge“. Im asiatischen Raum (China, Japan, Korea) ist die Myriade (10.000) das größte elementare Zahlwort (Ich hoffe Rudi kann mich da bestätigen ;-) ). Eine „unzählbare Menge“ Borussen, quasi die „oberen Zehntausend“, waren vertreten um unsere Borussia ins Achtelfinale zu peitschen. Nun gut, wir wissen wie die Geschichte endet und ich möchte auch nicht das Fohlen von hinten aufzäumen („Pferd“ ist mir momentan ein zu übertrieben negativ dargestellter Begriff ;-) ). Also eins nach dem anderen. Donnerstag, der 20.12.2012: Auslosung Euro-League Sechzehntelfinale. Ich weiß nicht ob ihr diese live im TV oder per Internet-Ticker verfolgen konntet, aber ich für meine Begriffe saß in der Uni und starrte wie paralysiert auf mein Handy. Als die Dozentin mich dann nach 20 Minuten fragte ob mein Handy wirklich interessanter sei als ihre Vorlesung antwortete ich vorbildlich mit einem konsequenten „Nein“ und behielt die richtige Antwort besser für mich. Auf meiner Spannungsskala platziere ich solche Auslosungen nämlich auf gleicher Stufe wie den Rekordsprung von Felix Baumgartner. Als dann schon einige „Lieblingslose“ den Topf verließen aber noch andere auf sich warteten, wurden wir dann der italienischen Hauptstadt Rom zugelost. Nach kurzen Überlegungen und einem Telefonat mit dem Präsi wurde uns dann klar, dass es uns hätte nicht besser treffen können. Interessante Stadt, traditionsreicher Verein, genug Stadionkapazität, keine allzu weite Anreise und eventuell schönes Wetter. Da kann man nicht hinfahren, da muss man hinfahren. Weitere Telefonate mit dem Reisebüro Lanski in Alpen und ein paar Tage später war der Flug gebucht. Wenn ich mich nicht irre waren 34 Fanclubmitglieder auf der Teilnehmerliste und alle hielten ihr Wort und ließen sich diese große Sause nicht entgehen. Kein blinder aber ein Bonner Passagier sollte sich kurzfristig noch zu unserer Reisegruppe zu gesellen. Ausgestattet mit leckeren Brötchen, Frikadellen und Würstchen (von Tante Andrea) fuhren wir, nachdem wir uns gegen 11 Uhr am Mittwochmorgen bei Terlinden trafen und uns einige Biere genehmigten, ausgeschlafen und fit Richtung Rotterdam Airport. Mit einer „logistischen Panne“ im Gepäck (gefühlte Myriaden Kisten an Pils und nur eine einsame Kisten-Seele an Alt durften den Weg ins Land der Tulpenpflücker antreten) fing die Reise für einige Auserwählte unglücklich an. Da man als Alt-Trinker auf Pils umsteigen musste, war jedoch der Sprung, für die noch überlebenden Geschmacksnerven, von Köfunnyi auf Jupiler, Heineken oder Grolsch am zu klein geratenen Rotterdamer Flughafen, nicht all zu groß. Mit einer Miniaturausgabe des neuen Airbusses startete man dann nach gefühlten 20 Metern „Anlauf“ Richtung Sonne. Ich glaube mich erinnern zu können, dass weder die optimale Flughöhe erreicht, noch die Stewardessen (oder die, die es mal werden sollen) abgeschnallt waren, die ersten schon den Gang zum „Bordbistro“ antraten. Frei nach dem Motto „Wir versaufen unser Geld, in den Kneipen dieser Welt“, wurde nicht auf Preise sondern auf Pro Mille geachtet (und wie es schmeckt war spätestens dann auch egal). Nachdem wir sicher gelandet waren, einigen Unbekannten Milchgesichtern der Alkohol in ihr selbiges zu hoch gestiegen ist, zeichnete sich aus, dass die „alte Schule“ die beste Schule ist und so wurde noch kurz „klar Schiff“ im Flugzeug gemacht. So bekamen einige zwar schneller als gedacht die Carabinieri zu Gesicht, aber was sein muss, muss sein. Vollzählig wurden wir dann mit vier Kleinbussen bis vor unser Hotel befördert (auch hier bestätigte sich, dass nur Deutschland zu Recht die AutoFAHRERnation ist). Im Hotel begrüßte uns dann ein Aufzug den wohl schon Kaiser Caesar selbst eingebaut hatte. Also entschieden wir uns den fünften Stock zu Fuß zu erklimmen. Die Zimmer wurden verteilt und man begrüßte eine Unterkunft die für die kommenden zwei Nächte ausreichend war. Von den Reisestrapazen etwas ermüdet und schlapp, stärkte man sich mit original italienischer Ofenpizza und leckerem Becks in einem anliegenden Restaurant. Einige verweilten dort noch länger, wieder andere schlichen durch die dunklen Gassen Roms in ein Irish Pub, was wohl schon seit Stunden in Gladbacher Hand schien. Dort traf man, wie auch zuvor im Flughafen und Hotel, die Dropkick Supporters aus Alpen und trank noch einige Bierchen um ruhig schlafen zu können. Um 9 Uhr ging es dann los Richtung Termini. Eine Stadtrundfahrt wartete auf uns und die Handykameras und Fotoapparate glühten. So gut und schnell es geht klapperten wir die Sehenswürdigkeiten ab die man gesehen haben muss wenn man nur zwei Tage vor Ort ist. Die ewige Stadt trägt ihren Beinamen nicht umsonst und so stellte man zügig fest, dass man erstens nicht so schnell „knipsen“ kann wie Amin Younes und sich zweitens in einem „überdimensionalen archäologischen Park“ aufhielt. An jeder Ecke konnte was Neues bestaunt werden. So sind wir am Rathaus, an diversen Kirchen und Basilika vorbei gekommen, konnten die Mythen des Kolosseums wahrhaftig spüren und gaben uns vor dem Petersdom im Vatikan die Ehre ein „Mannschaftsfoto“ mitsamt der Fanclubfahne zu schießen. Damit wir nicht alles dem Zufall überlassen wollten, warfen viele von uns Geldmünzen in den bekannten Trevibrunnen. Doch im Nachhinein stellte sich fest, dass diese Investition vielleicht besser beim Schiedsrichter als im Brunnen aufgehoben wäre. Nach einer Zwischenrast in einem Schnellimbissrestaurant ;-) machte man sich auf dem Weg zur Spanischen Treppe. Begleitet wurden wir von verschiedenen Bierflaschen die ihr altes Supermarktzuhause ziemlich leergefegt hinterließen und deren Besitzer vielleicht Dank des Umsatzes von einem neuen Smart träumen ließen. Ich persönlich war etwas enttäuscht von der Spanischen Treppe, da ich sie mir imposanter vorgestellt hatte. Nichtsdestotrotz spielte das ja alles an dem Tag nur eine untergeordnete Rolle. Die Treppe und der Platz davor waren in ein schwarz-weiß-grünes Meer getaucht. Die Sonne knallte förmlich so auf uns drauf und wir stimmten uns gesanglich auf das Spiel ein. Um nur einige weitere Höhepunkte zu nennen, waren Bachirou Salou, Chiquinho und Thomas Kastenmeier unter den Fans und ließen Fotos von sich schießen und tranken genüsslich das ein oder andere Gerstensaftgetränk. Zu steigern war dies dann, als Hans Meyer mit Rolf Königs und Stephan Schippers im Gepäck, versuchten die Treppenstufen raufzukommen. Unter Beifall wurden auch hier Fotos geschossen und die eine oder andere Fachsimpelei ausgetauscht. Wer jetzt denkt, besser geht’s nicht der hatte dann unseren Marcelo Pletsch vergessen. Nach unzähligen Versuchen einen gelben Postbankball in das offene Fenster des nebenanliegenden Hauses zu treffen, schaffte es ein Fan tatsächlich und es wurde gejubelt als hätte er schon das 1:0 erzielt (http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=7XH1mDKUlFI ). Per Fußmarsch ging es dann Richtung Olympiastadion. Die ersten 500 Meter wurden einheitlich angetreten und die teuren Boutiquen in den einzelnen Gassen schlossen sicherheitshalber ihre Pforten. Später stiegen einige in Shuttlebusse ein und wieder andere entschlossen sich, wenn auch etwas unbewusst den Weg zu Fuß zurückzulegen. Nach humaner Kontrolle vor dem Stadion, trafen sich alle gemeinsam im Block wieder. Die Fanclubfahne wurde sichtbar am Rande des imposanten Auswärtsblockes aufgehängt und es konnte losgehen. Ein Fahnenmeer aus schwarz-weiß-grün und eine Pyroshow die sogar in Frankfurt aller Achtung fand, zeigten sich vor Spielbeginn. Bis zum 0:2 war die Stimmung einfach nur unglaublich. Von der ersten bis zur letzten Reihe wurde mitgesungen, so dass die Laziali auf der anderen Seite sich wohl im falschen Film befanden. Obwohl man nach Spielende ca. 1 Stunde im Block festgehalten wurde, feierte man sich selbst. Und die Mannschaft (später auch der Trainer) bedankten sich für diese einzigartige Unterstützung. Viele der Spieler hielten die imposante Gästekurve auf ihren Handys fest woran man sehen kann, dass es selbst für sie ein einmaliges Erlebnis darstellte. Nach dem Spiel und der Feierlichkeiten im Block wurde man mit Bussen recht zügig in die Innenstadt gebracht (da sollte sich die Stadt der „Toten Hosen“ mal ein Beispiel nehmen) und von dort konnte man per Taxi zum Hotel gelangen. Einige gingen dann rauf in die Unterkunft, andere nochmal in die Innenstadt und einige tranken den gegenüberliegenden Imbiss blank. Als der Flieger dann Freitag um 10 Uhr (mit einer Frau am Steuer) sicher startete und knappe zwei Stunden später sogar einigermaßen sanft landete, war man zwar ausgepowert aber glücklich über das Erlebte und später froh wieder in Veen zu sein. Was bleibt festzuhalten? Kurz und knapp, eine Reise die in dieser Größenordnung aller höchstens ein Finaleinzug toppen kann – eine schwache und fast schon unverschämte Leistung der Mannschaft, über die man aber getrost hinwegsehen kann. Kiew, Limassol, Marseille, Istanbul und Rom – Fußballherz was willst du mehr? In England gibt’s eh nur schlechtes Wetter und schlechtes Essen. ;-) Jetzt geht’s weiter mit dem Bundesligaalltag, wobei Alltag nicht immer Schlechtes bedeutet. Drei Punkte auf der Habenseite in Frankfurt würden mich nicht wundern und dann einfach abwarten............................................................................................................................. wohin die (nächste) Reise geht! ;-)

 
von: Josef
am: 27.02.2013 - 02:16
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